Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtet der durch Kriegserlebnisse traumatisierte Chinese Lee Ui Lueng nach Thailand. Die Behörden in Bangkok machen kurzerhand Zee Oui aus ihm und auch sonst geht man nicht gerade freundlich mit ihm um. Als in in seinem Wahn ein kleines Mädchen tötet, schließt sich für Zee Oui ein Teufelskreis: von nun an glaubt er nämlich, daß nur eine Suppe aus Kinder-Innereien ihm gut tun würde. Zee Oui wird zum Mörder und Kannibalen…
Sieh an, sieh an, auch in Thailand gibt es wohlfeile True-Crime-Pictures. „Zee Oui – Der Kannibale“ ist ein gut gemachtes Horror-Drama, basierend auf einem tatsächlich stattgefundenen Kriminalfall, sorgfältig produziert und mit einigen Härten versehen. Trotz des Themas überrascht es zudem auch nicht, daßdas Ganze weit weniger spekulativ daherkommt und man sich die Mühe gegeben hat, die Geschichte aus der Sicht des geschundenen Chinesen zu erzählen, für den man durchaus Mitleid hegen darf. Solch eine sorgsame Bearbeitung eines Stoffes sieht man sonst eher selten und so darf man sich bei „Zee Oui – Der Kannibale“ auf einen Film freuen, der westlichen Standards nicht einfach so hinterherläuft sondern eigene Maßstäbe innerhalb dieses Subgenres setzt. Auf DVD 16:9. Mit Duan Long, Chatchai Plaengpanit, Premsinee Rattanasopar, Anuwat Niwatwong u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin