Die dreizehnjährige Rynn lebt augenscheinlich ohne elterliche Aufsicht in einem großen Haus in einer kanadischen Kleinstadt und ist ihren Nachbarn ein Rätsel, denn was in der Villa vorgeht, bleibt ihnen verborgen. Als der pervers veranlagte Mario mitbekommt, daß die von Rynn vorgeschobene Vaterfigur nicht wirklich existiert, versucht er, das Mädchen sexuell auszunutzen. Doch das vermeintliche Opfer weiß sich zu wehren…
Nicolas Gessners stimmungsvoller und relativ leiser Thriller entpuppt sich beim mehrmaligen Sehen als eine interessante Parabel auf das Erwachsenwerden und den Verlust der kindlichen Unschuld. Die Handlung, die voller geheimnisvoller Details steckt, ist nicht nur handwerklich sondern auch schauspielerisch durch Jody Foster und Martin Sheen hervorragend umgesetzt. Einmal mehr zeigt sich hier, daß Horror auch ohne große Blutbäder gut herüberkommt, zumal die feindosierte Spannung, die bis zum Finale stetig gesteigert wird, den Zuschauer ständig bei der Stange hält. Fazit: Ein kleines Juwel aus dem Fach der feinnervigen Thriller. Des weitern mit Alexis Smith, Mort Shuman, Scott Jacoby u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin