Franks Bewertung

starstarstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Die merkwürdigen Ereignisse in einem japanischen Dorf beginnen damit, daß die junge Kirie den Vater ihres Freundes dabei beobachtet, wie dieser besessen eine Schnecke mit ihrem spiralförmigen Haus filmt. Weitere Spiralen in Form von Wolken oder aber Schulmädchenfrisuren tauchen im täglichen Leben von Kirie auf und führen dazu, daß um sie herum langsam alle anfangen zu spinnen. Aber auch kuriose Todesfälle ereignen sich plötzlich – immer begleitet von spiralförmigen Dingen. So wie der Spuk gekommen ist und sich über das Land verbreitet hat, so verschwindet er auch wieder.

Es ist schon alleine eine Kunst, Arthouse-Kino mit Horrormotiven zu verbinden (vgl. „Eraserhead“). Es ist eine umso größere Kunst, wenn daraus, wie bei „Uzumaki“, ein verstörender Film entsteht, der zwar keine so richtig stringente Geschichte erzählt, dafür aber nicht minder fesselnd ist. Atrribute wie phantasievoll, verschroben oder gar skurril sind kaum in der Lage, das zu beschreiben, was man hier vorgesetzt bekommt. Abseits des japanischen „Ring“-Geisterfilm-Wahns ist es Higuchinsky gelungen, etwas wirklich Originelles auf die Beine zu stellen, das in seinem Nachhall weitaus intensiver wirkt als der beispielsweise hoch gelobte „Suicide Circle“. Auch wenn es für einen „normalen“ Zuschauer nicht unbedingt einfach ist, „Uzumaki“ auf sich wirken zu lassen, so ist der wahre Fan des Phantastischen Films doch sehr, sehr froh darüber, daß es auch heute noch Produzenten gibt, die mutig genug sind, derartige Perlen zu finanzieren. Mit Sicherheit wird man noch in vielen Jahren von Higuchinskys „Uzumaki“ als „den Film mit der Spirale“ sprechen, denn keine zeichnerische Form hat je mehr eine Handlung dominiert als diese hier. Selbst Hitchcocks Eingangs-Spirale bei „Vertigo“ stinkt nicht dagegen an. Ach ja, bei so viel Schwärmerei ist mir glatt entgangen noch zu erwähnen, daß „Uzumaki“ auch eine gehörige Splatter-Kuriosität geworden ist. Im TV letterboxed (1,85:1). Mit Eriko Hatsune, Fhi Fan, Hinako Saeki, Eun-kyung Shin u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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