Franks Bewertung

starstarstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Frankreich im 17. Jh.: Der Priester Urbain Grandier verstößt durch seine Heirat gegen die Gesetze der Kirche und eckt damit überall an. Doch weit schlimmer ist, daß ihn die Ordensschwester Jeanne heimlich liebt und nunmehr so verbittert ist, daß sie Pater Grandier bei der Inquisition als Ketzer denunziert. Dieser gerät daraufhin in die Fänge der Hexenjäger und zum Schluß sogar auf den Scheiterhaufen. Jeanne, die durch ihre unerfüllte Liebe halb wahnsinnig geworden ist, ereilt bald ein ähnliches Schicksal.

Ken Russells „Die Teufel“ ist spektakuläres, effekthascherisches Kino vom Feinsten– eben etwas für’s Auge! Ohne jegliche vordergründige Alibifunktion zelebriert der exzentrische britische Filmemacher eine Gewalt- und Sexorgie, die sich formal an entsprechende Vorbilder (z.B. Michael Armstrongs „Hexen bis aufs Blut gequält“) hält. Nur die ungleich bessere Besetzung und die für den Regisseur typische Bildersymbolik unterscheidet „Die Teufel“ von einigen krasseren (S)exploitern, die sich ebenfalls mit dem Wort „Hexe“ im Titel schmücken. Die cinematografischen Qualitäten Russells ergehen sich zwar auf den ersten Blick in einer Ansammlung düsterer Szenen von Folter, Hexenverbrennungen und exzessiv ausgelebter Fleischeslust (Das Drehbuch läßt keine noch so klischeehafte Möglichkeit aus, um zu schockieren oder oberflächlich zu reizen), doch glaubt man, in der Flut von Körpersäften auch so etwas wie Kunstfertigkeit durchblicken zu sehen. Im TV letterboxed. Mit Oliver Reed, Vanessa Redgrave, Dudley Sutton, Max Adrian u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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