Bereits seit dem alten Ägypten zieht die unsterbliche Miriam, die sich vom Blut anderer Menschen ernährt, durch die Welt, begleitet von Liebhabern, die an ihrer Seite lange, lange Zeit ihre Jugend behalten. Heute ist Miriam eine angesehehe Dame der New Yorker Gesellschaft und lebt mit John zusammen, den sie vor über einhundert Jahren zu ihrem Begleiter gemacht hat. Doch für John ist jetzt seine Zeit gekommen: Er altert innerhalb weniger Stunden blitzschnell und stirbt. Miriam macht sich nun auf die Suche nach einem neuen Weggefährten. Den findet sie in der Wissenschaftlerin Sarah Roberts…
Die guten schauspielerischen Leistungen, allen voran David Bowie in der Rolle des dahinsiechenden Geliebten, können nicht darüber hinwegtäuschen, daß „Begierde“ im Grunde genommen nur eine Fingerübung in Sachen Stil & Form ist und eine gewisse gepflegte Langeweile verströmt. Regisseur Tony Scott, der kleine Bruder von Ridley Scott, läßt keine Gelegenheit aus, um die durchgestylte Geschichte mit der ganzen Kunst des Werbefilms auf Zelluloid zu bannen. Schnelle Schnitte, bedeutungsschwangere Detailaufnahmen und unruhig stimmende Musik sind angesagt. Allerdings verliert das visuelle Ambiete auf einem kleinen Bildschirm (und beim Full-Screen-Bild der Videofassung) seinen Flair. Die Geschichte könnte heute als Parabel auf das AIDS-Zeitalter durchgehen. Zum Zeitpunkt des Entstehens von „Begierde“ dürfte dies jedoch noch nicht aktuell gewesen sein. Wegen der perfekten Masken von Dick Smith und dem alptraumhaften Ende mit Zombie-Touch bleibt „Begierde“ allerdings in der Erinnerung als poetischer Horrorfilm haften. Die deutsche Fassung auf Video ist uncut, aber cropped. Im TV letterboxed (1,8:1). Die US-Laserdisc ist mit 2,1:1 letterboxed. Mit Catherine Deneuve, David Bowie, Susan Sarandon, Cliff de Young u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin