Franks Bewertung

starstarstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

24.10.2013
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Review

von Frank Trebbin

Django ist der örtliche Henker in einem Territorium, das von dem zukünftigen Gouverneur David Berry beherrscht wird. Beide kennen sich aus früheren Zeiten, doch Freunde sind sie deswegen nicht: Django glaubt nämlich, dass David für den Tod seiner Frau Lucy verantwortlich ist. Nun rettet Django in seiner Funktion als Henker die Todgeweihten vor dem Galgen und scharrt so eine Bande um sich, die gegen die Machenschaften von David, der seine rechte Hand Lucas auf Raubzüge schickt, vorgeht...

Ferdinando Baldis „Django und die Bande der Gehenkten“ stammt aus einer Zeit (1967), als die Welt des Italo-Westerns noch in Ordnung war. Kein müder Spaß und kein Hang zum unbedingt Witzigsein (auch wenn die deutsche Synchronisation von Rainer Brandt, die erste und – natürlich – bessere von zweien, dies gerne anzudeuten versucht) trübt da eine Handlung, die überhaupt nicht frei ist von Brutalitäten, Sadismen, Zynismus und – natürlich – all jenen Einer-gegen-alle-Abgeschmacktheiten, die seit den Clint Eastwood/Sergio Leone-Klassikern dieses Subgenre definieren sollten. Als einer der ganz wenigen wirklich echten „Django“-Filme geplant und auch umgesetzt (z. B. ähnelt nicht nur Terence Hills Physiognomie der Franco Neros, nein, auch der schwarze Staubmantel trifft das Original fast schon „Ton in Ton“), kann „Django und die Bande der Gehenkten“ somit mit den wichtigsten Pluspunkten aufwarten: hier passt die düstere Grundstimmung, die mitunter dreckigen Sets kommen denen von Sergio Corbucci sehr nahe und ebenso findet sich Platz für ein Finale auf einem Friedhof (ohne die barocke Verspieltheit des Originals, dafür aber mit Sarg und bekannter „Überraschung“). Ganz pittoresk sind die Drehorte außerhalb Roms geraten, die in ihrer felsigen Schroffheit an an so manches „Winnetou“-Abenteuer erinnern. Es spielen gut: Terence Hill, Horst Frank, George Eastman, José Torres u. a. Die heute bei 3L-Homevideo erschienene BD (das ursprüngliche 1,66:1-Bild wurde verlustarm auf 16:9 skaliert) beinhaltet die ursprüngliche, ungeschnittene DF (nicht die „Joe, der Galgenvogel“-Montagefassung) mit der „ernsteren“ Synchronisation. Farbe und Schärfe sind für einen derartigen Film überragend.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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