England im 19. Jahrhundert: Graf Zorn, ein durch familiären Inzest degenerierter Mann, hält seine beiden Kinder wie Gefangene auf seinem Schloß, weil er glaubt, daß auch sie vom „schwachem Blut“ seiner Familie betroffen sind. Professor Falkenberg, ein früher Gelehrter der Psychiatrie, soll ihm und seiner Familie helfen und entdeckt dabei ein schreckliches Geheimnis. Langsam seinen Wahnvostellungen erlegen, sieht Graf Zorn nur noch einen Ausweg: den Tod seiner Kinder.
Dieser Hammer-Film stellt einen Wendepunkt in der langjährigen Tradition der britischen Produktionsfirma dar, denn trotz des exzessiven Gebrauchs „gotischer“ Horrorelemente, ist „Dämonen der Seele“ ein früher Splatterstreifen geworden. Peter Sykes, der dieses Werk mit einem starkem Hang zur Darstellung von Verstümmelungen und grausam inszenierten Morden versehen hat, greift in weiten Teilen der Handlung späteren Stalk’-Slash-Movies vor. Das furiose, in seinen blutigen Details überraschende Finale geht einem auch noch heute unter die Haut und läßt den seit „Freitag der 13.“ in Blüte stehende Teenager-Horror ziemlich harmlos aussehen. Neben den vordergründigen Schockeffekten kann aber ebenso das gut herausgearbeitete Grundthema um sexuelle Triebhaftigkeit und Schuldkomplexe überzeugen, denn „Dämonen der Seele“ erzählt noch eine echte Geschichte. Fazit: Ein starkes Stück Genrekino mit Hang zu Freud. Mit Paul Jones, Gillian Hills, Robert Hardy, Michael Hordern, Patrick Magee u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin