Irgendwo in der Südsee kommt es zum Untergang eines Passagierschiffes. Eine Handvoll Überlebender, darunter der Großwildjäger Bob Rainsford, kann sich auf eine einsame Insel retten. Zu ihrer Überraschung gibt es auf dem Eiland jedoch zivilisiertes Leben, denn ein gewisser Graf Zaroff, ein sich kultiviert gebender Mann von Welt, hat dort sein Domizil errichtet. Doch Zaroff ist nicht der, für den er sich ausgibt: Er ist ein debiler Sadist, der alle Neuankömmlinge als Jagdbeute betrachtet und tötet. Natürlich ist es Bob Rainsford vergönnt, dem schaurigen Treiben ein Ende zu setzen.
„Graf Zaroff– Genie des Bösen“ ist der Archetyp jener vielen, vielen sadistischen „Jagd“-Filme, die sich bis heute großer Beliebtheit beim Action- und Horrorpublikum erfreuen („Harte Ziele“, „Running Man“). Und wenn man dann noch bedenkt, daß Ernest B. Schoedsack und Irving Pichel das Ganze nur aus dem Grund ins Leben gerufen haben, um die Kulissen von „King Kong und die weiße Frau“ nochmals zu nutzen, muß man schon irgendwie den Hut vor den beiden ziehen. Auch über sechzig Jahre nach seiner Entstehung ist „Graf Zaroff– Genie des Bösen“ ein Paradebeispiel für verklausulierte Kontexte (Das Jagderlebnis Zaroffs soll seine Impotenz überspielen etc.) und perfekt getimte Actionszenen. Während 1932 immer noch steif abgefilmte „Theateraufführungen“ gang und gäbe waren (z. B. Tod Brownings „Dracula“) wird hier auf spektakuläre Weise mit Bewegung und Aktion hantiert. Kurzum: „Graf Zaroff– Genie des Bösen“ ist ein auf allen Ebenen bestens funktionierender Klassiker des Genres. Mit Joel McCrea, Fay Wray, Robert Armstrong, Leslie Banks, Hale Hamilton u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin