Franks Bewertung

starstarstarstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Jessica, die bis vor kurzem wegen ihres labilen Gemütszustandes eine psychiatrische Anstalt besuchte, zieht mit ihrem Mann und einem gemeinsamen Freund in ein großes Landhaus. Sie treffen auf die junge Emily, die sich dort bereits unerlaubterweise einquartiert hat. Von den Nachbarn erfährt Jessica, daß vor über einhundert Jahren ein tragischer Badeunfall auf ihrem Grundstück, zu dem auch ein See gehört, stattfand. Nach und nach mehren sich die geheimnisvollen Vorfälle in dem Haus, und Jessica sieht sogar eine Leiche im See schwimmen. Als ihr ein altes Bild der damals Ertrunkenen in die Hände fällt, stellt Jessica schockiert fest, daß es Emily sehr ähnlich sieht…

John Hancocks superbe Horrorpoesie gleicht von der Atmosphäre her „Lemora– Innocence Possessed“, der ein Jahr später entstand. Inhaltlich geht „Grauen um Jessica“ jedoch völlig eigene Wege, denn das Ende ist eher von George A. Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ beeinflußt. Im Gegensatz zu einigen Kritikern des Katholischen Filmdienstes, die in den unheimlichen Vorgängen lediglich ein Komplott von Jessicas Ehemann sehen, der sie in den Wahnsinn treiben will, ist die Quintessenz der Geschichte in Wirklichkeit Horror pur, denn der Zuschauer gleitet zusammen mit der Hauptdarstellerin förmlich direkt in das unerklärliche Grauen hinein: Die Dorfbewohner entpuppen sich als Zombies, und Emily ist ihre geisterhafte Anführerin. Von wegen Mordkomplott! Bedingt durch eine konsequente Regie und das ungewöhnliche Umsetzen einiger skurriler Ideen kann man „Grauen um Jessica“ zu den Meisterwerken des Geisterfilms zählen, das allerdings hierzulande noch entsprechend gewürdigt werden muß. Mit Zohra Lampert, Barton Heyman, Mariclare Costello, Kevin Connor u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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