Franks Bewertung

starstarstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Am „Theatre de Rue Morgue“ in Paris geschieht ein geheimnisvoller Mord: Der Hauptdarsteller ist mit Säure verätzt worden. César, der Leiter des Ensembles, wittert einen Verdacht, denn vor Jahren ist dem Schauspieler Marot auf offener Bühne ebenso Säure ins Gesicht gespritzt worden, doch hat dieser danach Selbstmord begangen. Madeleine, die junge Frau Césars, leidet unter gräßlichen Alpträumen, die ebenso etwas mit Marots Tod zu tun haben. Als dann immer mehr Kollegen durch Säureattentate ums Leben kommen, liegt es nahe, daß Marot doch noch leben könnte…

„Mord in der Rue Morgue“ ist ein kleiner Schlüsselfilm des Genres, denn er plaziert die Themenkreise Voyeurismus, Grand Guignol und traumatische Kindheitserlebnisse in einer Handlung, die ebenso dem klassischen Gothic-Horror als auch dem modernen Splatterfilm verschrieben ist. Gordon Hessler versteht es dabei, die Atmosphäre kleinbürgerlicher Sensationsgier beim Betrachten der gorigen Schauerstücke einzufangen, zu verdeutlichen und sogar zum Spiegelbild für seine Zuschauer zu machen. Als vordergründiges Vexierspiel zwischen Realität und Theater stellt der eher an Leroux’ „Phantom der Oper“ erinnernde „Mord in der Rue Morgue“, dessen Titel allerdings einer Kurzgeschichte E.A. Poes entnommen wurde, eine der besten Arbeiten Gordon Hesslers im Genre dar. Die erfahrenen und sehenswerten Darsteller geben augenscheinlich ihr Bestes und tragen somit erheblich zum positiven Gesamteindruck dieses wohligen Gruslers bei. Die hervorragend ausgesuchten Sets und Kostüme sind weitere wichtige Träger der spannenden Handlung, die zudem ein gesundes Maß an makabrem Humor beinhaltet. „Mord in der Rue Morgue“ ist ein Film aus der guten, alten Horrorzeit, als Männer mit entstellten Gesichtern schaurige Taten an schönen frauen begehen dürften, ohne dafür indiziert zu werden. Mit Jason Robards, Herbert Lom, Lilli Palmer, Christine Kaufman, Adolfo Celi u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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