Internatsschüler Alex, zu seinem Pech auch noch Sohn des Rektors, wird des Mordes an seinem Zimmergenossen Nigel bezichtigt. Während der Verhöre durch eine Polizeipsychologin kommt eine schauderhafte Geschichte ans Tageslicht: Nigel, der sich mit dem Morbiden und dem uralten Geheimorden der Templer beschäftigt hat, glaubte, in Alex einen Seelenverwandten gefunden zu haben, mit dem er die blutigen Rituale von einst wiederholen könne. Als eine Freundin von Alex auf rituelle Weise ermordet wird und Nigels Eltern spurlos verschwinden, zieht Alex die „Notbremse“ und tötet Nigel. Doch war es das wirklich?
Ok, die Geschichte an sich ist nicht neu und auch den Aufhänger (Polizeiverhör = viele Rückblenden) kennt man bereits, dennoch macht „Verwandte Seelen“ Spaß und bietet genügend Spannung der gehobenen Art, um einmal wieder das Slasher-Allerlei der vielen „Scream“-Epigonen zu vergessen. Aber auch die Motive des typischen Kutten-Horrors, die ja gerne mit den Templern in Verbindung gebracht werden, umschifft Gregory J. Read fast schon perfekt. Das Beste an diesem okkulten Thriller ist allerdings die kraftvolle Bildsprache, bei der mitunter so manches Arrangement an die alten Klassiker erinnert. Hier sieht man dann deutlich, daß eine stilsichere und solide Inszenierung immer noch mehr bringt als ein hektischer Einsatz von billigen CGI-Tricks. Das Drehbuch hält – wie heutzutage halt so üblich – ein Ende mit Überraschung bereit, welches schlußendlich aber leider „Verwandte Seelen“ etwas profaner aussehen lässt als er in Wirklichkeit ist. Fazit: Wer einmal einer gut und ruhig erzählten Story „lauschen“ möchte, der ist hier richtig aufgehoben. Auf DVD (16:9) letterboxed (2,25:1). Alternativtitel: „Like Minds – Verwandte Seelen“. Mit Eddie Redmayne, Tom Sturridge, Toni Colette, Richard Roxburgh u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin