Sechs alte Menschen sollen wegen eines geplanten Hochhausneubaus aus ihren Wohnungen ausziehen. Hierzu bedient sich der Bauherr nicht immer sehr feiner Mittel. Die Senioren lassen sich das nicht bieten und bekämpfen die Bauleute mit allen Mitteln. Erst werden „Unfälle“ inszeniert, dann schreckt man auch vor offenem Mord nicht mehr zurück.
„Die Straße des Bösen“ ist eine makabre Poesie um das letzte Aufbegehren einer Gruppe alter Menschen gegen die allgemeine Ohnmacht, hervorgerufen durch korrumpierte Machtinteressen. Der Film wandelt zielsicher auf dem dünnen Grat zwischen realistischer Sozialkritik und tiefschwarzer Horrorkomödie im Stile von „Arsen und Spitzenhäubchen“. Maßgeblich für den Erfolg ist das superbe Skript, welches einige genretypische Grausamkeiten (hier sei nur der Mann erwähnt, der von den Rentnern in Beton gegossen wird, und dessen Fuß, weil er aus dem Beton herausschaut, mit einer Axt abgetrennt wird) mit viel Charme und Witz an den Mann bringt und trotzdem nicht den roten Faden (sprich: seine Botschaft) aus dem Auge verliert. Auch zeugt die Besetzung mit den älteren, kaum bekannten (Laien-?)Darstellern von viel Fingerspitzengefühl für den zu behandelnden Stoff. Larry Yust, der den Film in Cincinatti bei einem wirklichen Wohnungsbauvorhaben realisiert hat, arbeitet technisch versiert und liefert dem Zuschauer einen wehmütigen, fast bitter-ironischen Blick auf die gesellschaftlich abgesegnete Entwurzelung alter Menschen. Mit Peter Brocco, Frances Fuller, William Hansen, Ruth McDevitt u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin