Franks Bewertung

starstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

24.07.2015
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Review

von Frank Trebbin

3D-Review

1701. Der englische Kartograph Jonathan Green flieht vor dem Vater seiner Geliebten und begibt sich auf eine gefahrvolle Reise, um Osteuropa zu vermessen. Eines Tages gelangt er in den Weiten der ukrainischen Wälder in ein Kosaken-Dorf, das seit Jahren unter einem Fluch leidet: der Walddämon Wij wählt sich auf rituelle Weise junge Mädchen aus dem Dorf und verschleppt sie. So soll es auch mit Nastusya, der Tochter des Bezirksfürsten Sotnik, geschehen sein, die aber tot aufgefunden wurde und nach ihrer Wiederkehr als Hexe das Dorf unsicher macht. Green wird von Sotnik mit einem Trick dazu gebracht, das Geheimnis um den Wij und seine verhexte Tochter zu lüften…

Was musste sich doch der russische (eigentlich ja ukrainische) Literat Nikolai Gogol angesichts der vielen Adaptionen seiner “Wij“-Geschichte schon im Grabe drehen, denn so gut („Die Stunde, wenn Dracula erwacht“) oder auch schlecht die daraus entstandenen Filme waren: nie kamen sie seiner Erzählung wirklich nahe. Das trifft natürlich auch auf den prallbunten „Fürst der Dämonen“ zu, einer fast schon mit Lust am Krawall und Unsinn aufgebohrten Fantasy-und-mildem-Horror-Mischung à la Terry Gilliams „Brothers Grimm“, die es sich aber trotzdem nicht nehmen lässt, mit dem Hinweis auf die Vorlage fast schon penetrant zu werben. Doch was der völlig überforderte Oleg Stepchenko aus dem Grundstoff letztendlich gemacht hat, ist eher etwas befremdlich, denn die Handlung nimmt man leider nur als heillos überfrachtete, aber nie langweilige Phantasmagorie wahr, die zwar Gogolsche Motive bereithält, aber insgesamt recht konzeptlos im Erzählen der Geschichte erscheint. So tritt dann auch „Fürst der Dämonen“ eher in der Tradition überdrehter sowjetischer Märchenfilme um Baba Yaga & Co stehend an, um sein Publikum zu finden und lässt die Fans klassischer Geistergeschichten ziemlich enttäuscht aus der Wäsche gucken. Dazu passend gibt es auf den ersten Blick nur durchschnittlich erscheinende, aber ungemein charmante CGI-Tricks, eine schwelgerisch-artifizielle Ausstattung („Sleepy Hollow“ auf ganz schön viel Wodka!) und jede Menge Kosaken-Folklore inklusive albern-derben slawischen Humor. Jenseits der üblichen Konfektionsware aus Hollywood sollte „Fürst der Dämonen“ schon seine Chance bekommen, denn die auf BD erhältliche 3D-Fassung (Bildformat: 1,78:1) ist die geeignete Wahl, sich dem Film mit Spaß und Verve zu nähern: (fast) alles ist auf den Effekt hin inszeniert, teilweise gibt es wirklich ziemlich extreme Pop-Outs und jede Spielereien im Vordergrund. Das 3D-Erlebnis unterstreicht zudem spielerisch den märchenhaften Charakter des Ganzen. Mit Jason Flemyng in der Haupt- und Charles Dance in einer Nebenrolle ist man sich einer gewissen westlichen Zuschauergunst gewiss, ansonsten mit Andrey Smolyakov, Alexey Chadov, Agne Ditkovskite u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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