Andy Brooks, ein junger Vietnamkämpfer, kehrt trotz der Mitteilung, daß er gefallen sei, in seine Heimatstadt zurück. Am Anfang bemerken die überglücklichen Verwandten nicht, daß sich Andy von Tag zu Tag merkwürdiger benimmt. Als Andy allerdings vor den Augen der anderen Kinder den geliebten Haushund erdrosselt, schafft ihn Vater Charles zum Arzt. Der stellt fest, daß Andy gar keinen Pulsschlag mehr hat, denn Andy ist als verdammter Zombie aus dem Krieg heimgekehrt. Seine Mutter will dies jedoch nicht wahrhaben und schützt ihren Jungen, der in der Zwischenzeit einige Leute ermordet hat, um an geeignete Nahrung heranzukommen.
Was passiert, wenn sich ein Horrorfilmer (hier: Drehbuchautor Alan Ormsby) für einen Beitrag über den Vietnamkrieg, der zu der Zeit schon nicht mehr von allen Amerikanern gewollt war, begeistert? Die Antwort lautet: „Dead of Night“, denn Bob Clark hat mit diesem kritisch zu verstehenden Exploitation-Film eine kraftvolle, unheimliche, zu jeder Zeit interessante Zombie-Variante über dieses Thema abgeliefert. Besser noch als jedes Sozialdrama führt das Team Clark/Ormsby dem US-Zuschauer vor, was mit den Jungs in Vietnam (und in jedem anderen Krieg) passiert. Leider ist das blutige Ende in der deutschen Fassung total verstümmelt und sinnentstellend zusammengeschustert, so daß die darin enthaltenen Reflektionen über die Verhaltensstrukturen in einer Mittelstandsfamilie nicht mehr zu erkennen sind. Lediglich kleine Bruchstücke von Tom Savinis Make-Up-Arbeiten sind noch vorhanden und zu begutachten. Durch die Schnitte in der deutschen Fassung und eine allzu sorglose Synchronisation verlieren die kritischen Grundgedanken fast völlig ihre Aussage. Trotz der Eingriffe bleiben aber auch dem deutschen Zuschauer die beängstigende Atmosphäre und einige herbe Schockelemente in Erinnerung. Mit Lynn Carlin, John Marley, Richard Backus, Henderson Forsythe, Anya Ormsby u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin