Es ist wie bei „Domino-Day“ – erst erwischt es drei Bauarbeiter in einer bislang unentdeckten Höhle unter einer Großbaustelle, dann breitet sich das Grauen rasend schnell in Athen aus: Im Schneeballsystem beißen sich Infizierte querbeet durch Nachbarn, Kollegen und Freunde. Sind es nun Zombies oder einfach nur Kranke mit Verlangen nach Menschenfleisch? Egal, schon bald ist es nur noch eine Handvoll Überlebender, die versuchen, die Stadt zu verlassen...
„Evil“ ist – und das ist hier nicht unbedingt negativ gemeint – ein trostloser Film in trostloser Umgebung. Ähnlich wie in „28 Days later“, der hier ausgiebig zitiert wird, ist das urbane Leben schnell ausgelöscht, die Überlebenden vagabundieren durch leere Straßen und selbst die Armee und ihre Angehörigen sind keine Rettung. Und genau an dieser Zitierfreudigkeit entzündet es sich auch, dass man diesen Low-Budget-Film aus Griechenland eher uninteressant findet wie anno dazumal die vielen, noch ärgerlicheren Umberto-Lenzi- und Bruno-Mattei-Heuler, die krampfhaft versucht haben, die Ebene eines Fulci-Krachers zu erreichen. Zwei längere, blutig-grotesk ausgestaltete Szenen aus „Evil“ erinnern an das Oeuvre von Peter Jackson, ansonsten gibt es trotz authentischem Handkamera-Gewackel und aufwändiger Split-Screen-Technik doch reichlich Leerlauf zu beklagen. Nur das Schlussbild aus der Vogelperspektive mit den das Fußballstadion stürmenden Zombies wird man so schnell nicht wieder vergessen wollen – zeigt es doch eindrucksvoll, was hätte werden können wenn...
Bildformat 1,78:1. Mit Meletis Georgiadis, Yannis Katsambas, Andreas Kontopoulos u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin