Franks Bewertung

starstarstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

London 1888. Nur weil Kronprinz Edward ein Faible für Prostituierte hat und heimlich das Straßenmädchen Ann Crook heiratet, greift Königin Victoria zum äußersten Mittel: Die Schergen ihrer Geheimpolizei trennen diese Liaison auf brutale Weise und lassen Ann lobotomisiert in einem Irrenhaus ihr Dasein fristen. Als dann aber jene Huren, die bei der Trauung zugegen waren, nach und nach ermordet werden und der Mörder dabei sein Handwerk mit der Präzision eines Chirurgen ausführt, kommt unter der Bevölkerung des Ortteils Whitechapel schnell die Legende von „Jack, the Ripper“ auf. Der opiumsüchtige Inspektor Abberline, dem man nachsagt, dass er die Gabe des Zweiten Gesichts habe, wird auf den Fall angesetzt, und kommt der wahren Identität des Schlitzers immer näher und näher...

Neben „Mord an der Themse“ ist „From Hell“ der bislang beste Film in einer langen Reihe von „Jack, the Ripper“-Derivaten, die nicht nur die schauerlichen Morde sondern auch das innewohnende Enthüllungsrätsel in den Mittelpunkt der Handlung stellen. Zwar mag die historisch verbürgte Verschwörungstheorie über weite Strecken zu überfrachtet wirken, doch immerhin gelingt es den Hughes-Brüdern den Ripper mit einem filmischen Paukenschlag zu demaskieren und damit an wohligsten Grusel à la 60er-Jahre-Hammer-Films an zu knüpfen. Ebenso erfolgreich konnte sich diese Produktion hier an den klassischen Bildern jener durch und durch britischen Horrorfilme im Stile eines Terence Fisher orientieren und ein authentisches Stadtbild Londons abliefern, welches die sozialen Unterschichten so zeigt wie man es für glaubhaft hält. Atmosphärisch ist also viel los in „From Hell“ und selbst der eingefleischte Gore-Hound erhält von Mord zu Mord mehr blutige Bilder zu sehen, die allerdings nie selbstzweckhaft wirken. Johnny Depp als Inspektor Abberline gibt eine Variation seiner „Sleepy Hollow“-Figur, dringt dabei aber – passend zu den Bildern und dem Stoff – in weitaus düstere Regionen einer Charakterisierung vor. Kurzum: „From Hell“ ist gnadenlos sehenswert und mit seinem überraschenden Schluß sogar richtig poetisch. Im Kino Scope (2,35:1). In Nebenrollen glänzend besetzt mit Heather Graham, Ian Holm, Ian Richardson, Robbie Coltrane u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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