Nach dem dramatischen Finale der Staffel 1, in der Luthers Frau erschossen und die kleine Sondereinheit aufgelöst wurde, dauerte es einige Zeit, bis unter dem mitunter pedantischen DCI Schenk (Dermot Crowley) eine Nachfolgetruppe aufgestellt wurde. Da dieser auch der Luther stets wohlgesonnene DS Ripley (Warren Brown) angehört, ist der charismatische Luther (Idris Elba) auch schnell wieder mit von der Partie, zumal es erneut einen mysteriösen Killer dingfest zu machen gilt, der maskiert vor Überwachungskameras tötet und mit seinen Aktionen ganz offensichtlich die Gesetzeshüter provozieren will.
Parallel dazu hat sich die gerade erwachsen gewordene Tochter eines von Luther dereinst ins Gefängnis gebrachten Killers dazu entschlossen, in einer Art Protesthaltung ihren Körper im Rotlichtmilieu zu verkaufen und Gewaltpornos zu drehen - von deren Mutter um Hilfe gebeten muss Luther die Kleine da rausholen, was ihm einen hohen persönlichen Einsatz abverlangt.
Schließlich taucht dann noch ein weiterer Serienkiller auf, der nur mit Hammer und Schwefelsäure-Spritzpistole bewaffnet wahllos Leute umbringt - viel zu tun also für DCI Luther, der diesmal ganz auf sich allein gestellt ist, zumal seine Inspirationsquelle aus der 1. Staffel, die Elternmörderin Alice (Ruth Wilson), vorerst in der Klapse untergebracht ist...
Nach einigen wenig ersprießlichen Irrungen und Wirrungen der 1. Staffel kehrt der unkonventionelle Londoner Cop wieder in den Polizeidienst zurück - sichtlich geläutert und auf seine Aufgaben konzentriert taugt Idris Elba in der titelgebenden Hauptrolle schon wesentlich mehr als Sympathieträger als noch zuvor. Dazu trägt auch das gute Zusammenspiel mit DS Justin Ripley bei, der als vormaliger Sidekick zunehmend stärker als verlässlicher Kollege in den Vordergrund rückt, während Femme fatale Alice in dieser Staffel Sendepause hat - immerhin sorgt Luther ganz nebenbei dafür, daß sie aus der Irrenanstalt fliehen kann.
Was die Mordthematiken betrifft, scheinen diese wieder einmal aus den schlimmsten Alpträumen kreiert (ein Penner, der an einer Tankstelle durchdreht und Autos beschädigt, bis deren Besitzer rauskommen und erschlagen werden, ein Irrer, der in einem perversen Wettstreit durch Würfelwurf bestimmt, wieviele Punkte ihm das Ermorden wildfremder Leute einbringt und ein wenig attraktives Mädchen, das sich gegen Geld vor laufender Kamera vergewaltigen läßt), werden vor allem durch Schnellschnitte und nachträgliche Besprechungen ausgeführt und lassen vor allem Erklärungen nach dem wieso (tut jemand sowas?) vermissen - daß es in der Millionenmetropole London reichlich kranke Gestalten gibt, muß der Zuseher wieder mal als gegeben hinnehmen: kaum ist ein Täter zur Strecke gebracht, wartet schon der nächste Fall, sofern sie sich nicht ohnehin zeitlich überlappen. Damit läßt sich zwar ein konstant hohes Erzähltempo samt ordentlicher Spannung aufrechterhalten, zum Mitraten oder darüber Nachdenken bleibt dem Zuseher jedoch keine Zeit.
So vergehen die 4 Folgen zu je etwa 52 Minuten zwar einigermaßen kurzweilig, im Gedächtnis bleibt jedoch nichts hängen: weder die teilweise grotesk übertrieben vorgehenden Killer noch Luthers Ermittlungsarbeit, die ohnehin hauptsächlich aus seiner sagenhaft zielsicheren Intuition besteht. So nebenbei steckt der eisenharte Cop auch einen Nagel, der ihm unvermittelt durch die Hand getrieben wird, locker und flockig weg und wieso der Sprengstoffgürtel eines Attentäters, der von Polizeikugeln durchsiebt wird, nicht auslöst, wird auch zu keiner Zeit thematisiert...
Insgesamt ist diese 2. Staffel dennoch überzeugender als die 1. geraten und vermag mittels des geradlinigeren Luther mit diesmal deutlich moralischem Anspruch zumindest gut zu unterhalten: 7 Punkte.