Melvin ist der ewige Verlierer: nicht gerade sehr intelligent, von schmächtiger Natur und natürlich ein echtes Muttersöhnchen. Sein Job als Putzhilfe im Fitness-Center von Tromaville bringt ihn mit den Yuppies und Schickimicki-Mädels zusammen, die ihn gehörig hänseln und verulken. Durch einen ganz üblen Scherz fällt Melvin aus dem Fenster und direkt in ein Faß mit Atommüll, dem er kurze Zeit später als überstarkes Monster entsteigt. Fortan kämpft er als „Atomic Hero“ (im Original: „Toxie“) um die amerikanischen Werte (Helfer der Bedrängten, Verfolger der Missetäter). Zum Schluß findet er sogar eine blinde Lebensgefährtin und wird zum Helden , nachdem er den korrupten Bürgermeister zur Strecke gebracht hat.
„Atomic Hero“ ist jener Streifen, der die Produktionsfirma Troma auch bei uns bekannt gemacht hat. Die ironischen Zwischentöne und die parodistische Absicht des Regiegespanns Weil & Herz (Westernklischees etc.) sind unübersehbar: „Atomic Hero“ soll an jugendliche (Pseudo-)Kultfilme herangerückt werden und –natürlich– kräftig die Kasse klingeln lassen. Die Kritik an schlampiger Atomwirtschaft verleiht dem Film darüber hinaus zeitkritische Züge. Die deftigen Gore-Effekte in der ungeschnittenen Fassung (Unrated) gehen an die Grenze des Möglichen, aber auch über die des Erträglichen, zumal bewußt Tabus gebrochen werden, um die Dekadenz und Immoralität der reichen und sorglosen Jeunesse d’Ore zu zeigen. Was jenseits des Ozeans schwarzer Humor sein mag, ist hier aus bekannten Gründen an der FSK gescheitert. Mit Mitchell Cohen, Andree Miranda, Jennifer Baptist u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin