Edmond Bancroft ist der Direktor des „schwarzen Museums“ in London, einer Ansammlung von Folterinstrumenten, Mordwerkzeugen und Wachsfiguren berühmter Verbrecher. Nebenbei schreibt Bancroft Kriminalgeschichten, die er an reale Fälle anlehnt. Als ihm die Realität nicht mehr viel hergibt, läßt er von seinem hypnotisierten Assistenten grausame Morde ausführen, über die er dann schreiben kann. Ist die Polizei in der Lage, dem mordenden Schriftsteller das Handwerk zu legen?
„Das schwarze Museum“ ist zwar schon 1959 produziert worden und paßt daher eigentlich nicht in den von mir gesteckten Zeitrahmen für das Buch, doch bildet er zusammen mit „Augen der Angst“ und „Der rote Schatten“ eine Trilogie, die sich weitestgehend um Voyeurismus dreht, denn alle drei Filme sind für die Anglo-Amalgamated-Produktionsgesellschaft entstanden. Arthur Crabtrees Streifen verarbeitet darin Themen (wie z.B. unerfüllte Sexualität und Impotenz), die damals noch tabuisiert waren und dem deutschen Zensor wohl so stark aufgestoßen sind, daß man „Das schwarze Museum“ hierzulande leider nur sehr stark gekürzt betrachten darf. Durch die ziemlich erheblichen Schnitte leidet aber der gesamte Film, der dadurch nur noch ein Skelett seiner selbst ist. Motivgeschichtlich bietet „Das schwarze Museum“ Grand Guignol pur und kommt daher mehr in die Nähe eines frühen Splatterfilms, als in die des üblichen britischen Gänsehaut-Gruselers. Für heutige Verhältnisse wirken die Morde zwar zahm, doch ist ihnen die Bizarrheit bis heute erhalten geblieben. Mit Mit Michael Gough, June Cunningham, Graham Curnow, Shirley, Ann Field u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin