Franks Bewertung

starstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

07.08.2018
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Review

von Frank Trebbin

Chicago. Dr. Paul Kersey, Chirurg, erlebt die Folgen der Gewalt in seiner Stadt jeden Tag in der Notaufnahme und versucht trotzdem, Gut wie Böse gleichermaßen zu helfen. Doch als seine Frau und Tochter zuhause brutal attackiert werden und Kersey hilflos mitansehen muss, wie die Polizeiarbeit angesichts der Verbrechensflut in der Stadt überfordert zu sein scheint, spielt ihm der Zufall eine Waffe in die Hand und so beschließt Kersey, sich auf nächtliche Streifzüge zu begeben und Kriminelle zur Strecke zu bringen. Schnell wird er in den Medien als Chicago Grim Reaper gefeiert…

Auf den ersten Blick mag Eli Roth als Regisseur für das lange geplante „Death Wish“-Remake die richtige Wahl gewesen sein, denn immerhin zeigt sein Oeuvre einen deutlichen Hang zur Vorliebe von 1970er-Exploitation-Movies. Doch schaute man sich seinen letzten Filme an, konnte man feststellen, dass seine glühende Vorliebe für diese Stoffe zumeist nur in oberflächlich-billigen lieber-schnell-kopiert-als-liebevoll-hofiert-Filmen endete, die kaum mehr den Biss von „Hostel“ erreichten. Und nun also „Death Wish“, der trotz Nennung von Brian Garfields Roman als Grundlage für das Drehbuch dem 1974er Charles-Bronson-Hit näher ist als dem geschriebenen Wort der Vorlage - ungeachtet weiterer dramaturgisch notwendiger Änderungen und Neuerungen, die lediglich Makulatur darstellen (Chirurg statt Architekt, Chicago statt New York etc.). Für den mittlerweile 62jährigen Bruce Willis, der in den letzten Jahren nur in der zweiten Reihe minderbemittelter B-Filme auftrat, scheint die Rolle des Paul Kersey jedoch wie auf den Leib geschrieben und er darf mal wieder zeigen, welche Qualitäten in ihm stecken. So ist dann auch „Death Wish“ eher als das Comeback von Willis zu feiern als ein ernstzunehmender Versuch, Michael Winners damals sehr aufwühlenden Selbstjustiz-Film ins Hier und Heute zu transportieren. Dazu hapert und holpert es nämlich doch mächtig (sowohl dramaturgisch als auch was die vermeintliche Kritik an Medien und der Waffenverliebtheit der Amerikaner angeht) und man hat seit damals schon zu vieles auf diesem Terrain gesehen. Die Action ist relativ geerdet und bis auf sekundenschnelle Splatter-Einlagen und einer für Rothsche Verhältnisse fast zahmen Folter-Szene gibt es nichts, was man nicht bereits so oder so ähnlich kennt. Fazit: Losgelöst von der Enttäuschung reineweg als „Ein Mann sieht rot“-Remake betrachtet ist „Death Wish“ gehobener, solider Durchschnitt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bildformat: 2,35: Des weiteren mit Vincent D'Onofrio, Dean Norris, Elisabeth Shue, Camila Morrone u. a.

Ab 10. August 2018 als DVD, Blu-ray, 4K UHD Blu-ray und Video on Demand.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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